Schiedsrichter aus Leidenschaft

Bei Bernhard Karau laufen die Fäden zusammen

Bernhard Karau ist einer von zwei Oberschiedsrichtern bei den Tetra Open Cologne 2010. Er sorgt dafür, dass alle Spielabläufe geregelt vonstatten gehen und die Ergebnisse richtig verbucht werden.

Seit 27 Jahren ist er Schiedsrichter im Tischtennis. Er besitzt die höchste Lizenz, die im Tischtennis vergeben wird – weltweit gibt es davon nur 200 Stück. Anfangs hat er nur im Fußgänger-Tischtennis gepfiffen, dann gab es im Nachbarort ein Turnier für behinderte Sportler. Dort wurden noch Schiedsrichter gesucht – Berhard Karau half gerne. Seitdem ist er vom Behindertentischtennis begeistert. Vor allem die Kameradschaftlichkeit der Spieler und Schiedsrichter untereinander macht für ihn den Unterschied: „Wenn ich ein Spiel bei Timo Boll pfeife, kennt er mich zwei Minuten später nicht mehr – pfeife ich ein Spiel bei den TOC, sprechen mich die Spieler danach sogar im Hotel noch an.“

Schiedsrichter im Tischtennis können behinderte und nicht nichtbehinderte gleichermaßen als Schiedsrichter betreuen, lediglich eine Zusatzqualifikation ist notwendig, um die Klassifizierungen der behinderten Sportler zu erlernen. Rund 25 Urlaubstage gehen im Jahr für diese ehrenamtliche Tätigkeit drauf – 15 Euro pro Tag gibt es als Entschädigung. Doch es überwiegt der Spaß an der Sache. Karau hat schon die weltbesten Spieler – behindert wie nicht behindert – gepfiffen. Oberschiedsrichter bei den TOC zu sein, erfüllt ihn mit Stolz, denn es ist das einzige internationale Turnier im Rollstuhl-Tischtennis in Deutschland in diesem Jahr. Das besonders schöne an dem Job ist das Treffen mit den Spielern und Schiedsrichterkollegen. „Wir sind eine große Familie, ich freue mich immer auf Turniere bei denen ich alle wieder sehe“, sagt Karau.

Einen großen Wunsch hat er aber: „Wir  brauchen dringend Nachwuchsschiedsrichter – und mehr Damen wünsche ich mir auch. Derzeit sind nur zwölf Prozent aller Schiedsrichter weiblich.“ Bleibt zu hoffen, dass sein Wunsch erhört wird. Den TOC und seinen Organisatoren wünscht er den größtmöglichen Erfolg.

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